Mit einem goldenen Golfball fing alles an

Aus einem Hubschrauber wurde ein goldener Ball über dem neuen Golfplatz abgeworfen. Gründungspräsident Kurt Sprave setzte unter den Augen der damaligen Clubpioniere zum ersten (Ab-)Schlag an – und eröffnete damit die Anlage des Golfclubs Stahlberg im Lippetal. Das war 1976, etwa zwei Jahre nach der Gründung des Vereins. Wer bis dato den Schläger schwingen wollte, musste weite Wege nach Dortmund, Neheim, Münster oder Gütersloh auf sich nehmen. Auch in Werl existierte eine Anlage, die das englische Militär erbaut hatte.

Selbst für damalige Verhältnisse war der Bau der neuen Golfanlage eine Riesen-Investition. Und durchaus ein Risiko, wie Christoph Nickol, damaliger Sportwart und späterer Präsident, im Nachhinein sagt: „Ich wüsste nicht, ob ich heute noch mal den Mut dazu fände. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Golfclub Pleite geht.“

Der Golfclub Stahlberg aber existiert bis heute. Nicht zuletzt, weil er immer wieder neue Wegbegleiter finden konnte. Das Werben um Mitglieder und für den Golfsport begann schon lange vor der eigentlichen Club-Gründung am 6. Februar 1974, zu der sich damals 40 Herren und Damen in Beckum trafen. Bei der 2 Jahre späteren Eröffnung der Anlage demonstrierten sogar Deutsche Meister und Golf-Profis ihr Können, um die damals noch recht unbekannte Sportart ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. In späteren Jahren profitierten auch die Stahlberger vom aufkommenden Bernhard-Langer-Boom, der den Clubs eine wachsende Mitgliederzahl bescherte.

Doch zurück zu den Anfängen. „Im Grunde haben wir uns auf eine Wiese gestellt und ein paar Bälle mitgenommen“, beschreibt Nickol diese Zeit. Einen ausgebildeten Greenkeeper gab es noch nicht, so dass sich bald Probleme mit den Grüns einstellten („Die wollten anfangs gar nicht wachsen“). Eine weitere Herausforderung: Wie locke ich einen Golflehrer aufs platte Land? Der erste Trainer hieß While und war ein pensionierter englischer Offizier, der zuvor in Werl Golfunterricht gegeben hatte. Damals gab es kaum Sportgeschäfte für Golfer. „Über ihn konnten wir dann auch Schläger bekommen“, erinnert sich Nickol. Als Clubhaus diente die Scheune, in der heute die Greenkeeper ihre Geräte abstellen. Spielerinnen und Spieler wurden von der Bäuerin des benachbarten Hofes bewirtet.

Einen Grund für das kontinuierliche Wachstum des Golfclubs Stahlberg sieht Nickol in dessen „einfacher Struktur“: kein Betreiber, keine Gesellschaft, keine komplizierten Vermietungs-Konstruktionen, sondern nur „der Club und die Verpächter“. Wie schon gesagt, nach Einschätzung Nickols hätte das Projekt Stahlberg auch „ein Flop werden können“. Ist es aber nicht. Was ihn – wie wohl auch die übrigen Clubmitglieder – zu dem Fazit bewegt: „Es hat sich gelohnt!“